Jahresbericht „Bremer Tagebuch“

von April bis November 2017

Frank Dreeke < Foto:© BLGIn der 213. Ausgabe des „Bremer Tagebuchs“ am 26. April 2017 um 19 Uhr im Haus der Wissenschaft im Zentrum Bremens war Frank Dreeke, Vorstandsvorsitzender der Bremer BLG Logistics Group AG & Co. KG, zu Gast im „Bremer Tagebuch“ und hat über BLG – LOGISTIK weltweit gefragt vorgetragen. Dreeke ist gelernter Schifffahrtskaufmann, hat Betriebswirtschaftslehre studiert und internationale Führungspositionen in verschiedenen Unternehmen wahrgenommen, u. a. war er Europa-Chef für die Reederei Sealand und Deutschland-Chef für Maersk und von 2004 bis 2012 geschäftsführender Gesellschafter der EKB Container Logistik in Bremen. Frank Dreeke ist seit 2013 Vorstandsvorsitzender der BLG LOGISTICS GROUP.

Die BLG – LOGISTICS ist ein internationales Seehafen- und Logistikunternehmen mit einer 140-jährigen Unternehmensgeschichte. Heute ist der bremische Logistik-Konzern weltweit in über einhundert Gesellschaften und Niederlassungen in Europa, Amerika, Afrika und Asien vertreten und hat mit seinen rund 10.000 Beschäftigten im Jahr 2016 einen Umsatz von einer Milliarde und 45,6 Millionen Euro erwirtschaftet.

Die BLG - Gruppe hat im letzten Geschäftsjahr über 1300 Mitarbeiter neu eingestellt, weil das Unternehmen u. a. die Werkslogistik von BMW in Leipzig und rund 700 Mitarbeiter in den Geschäftsfeldern Industrie- und Handelslogistik in Bremen und am Autoterminal Bremerhaven übernommen hat.

BLG Autoterminal Bremerhaven | Foto: © BLG  LOGISTICS
BLG Autoterminal Bremerhaven | Foto: © BLG LOGISTICS

„Vielfalt ist unsere Antwort auf zukünftige Herausforderungen und das Jahr 2017 steht für uns im Zeichen der „Industrie 4.0“, sagt Frank Dreeke. Dafür hat der Logistik-Konzern in 2016 Vorleistungen erbracht wie zum Beispiel den Einsatz von Drohnen zur Lagerkontrolle am Standort Emmerich/Saarland, die Einrichtung eines neuen BLG-DIGILAB für innovative Digitalisierungsprojekte in Bremen oder die Beteiligung am zypriotischen Container Terminal Limassol als zwölften BLG-Containerhafen weltweit.

Die Veranstaltung wurde von ca. 100 interessierten Gästen und ehemaligen Mitarbeitern der Bremer Lagerhaus Gesellschaft besucht, die nach dem Vortrag noch zahlreiche Fragen an den Chef des heutigen Bremer Logistik-Konzerns gestellt haben. So konnten auch junge Leute aus der Bremer Region mit interessanten neuen Informationen über die weltweit aktive Bremer BLG-Gruppe das Haus der Wissenschaft wieder verlassen.

In der 214. Ausgabe des „Bremer Tagebuchs“ wurde am 25.Oktober 2017 über Die Erfolgsgeschichte der europäischen Trägerrakete Ariane 5 mit Bremer Raketen-oberstufe berichtet. Die Veranstaltung war wieder einmal mit 190 Gästen ausgebucht. Eingeladen war Dr.-Ing. Jens Laßmann, Diplomingenieur für Raumfahrttechnik, Abteilungsleiter für die Entwicklung von Raketenstrukturen und Mechanismen, Standortleiter der ArianeGroup Bremen und Standortleiter der ArianeGroup Deutschland.

Dr.-Ing. Jens Laßmann | Foto: © Heiko Gertzen 2017
Dr.-Ing. Jens Laßmann | Foto: © Heiko Gertzen 2017

In Bremen können zurzeit bis zu vier Ariane-5-Oberstufen in zwei Versionen unter Reinraumbedingungen gebaut werden, wobei jede Oberstufe aus ca. 10.000 Einzelteilen besteht und jede Schraube bis zum Hersteller zurückverfolgt werden kann. Die Oberstufe ist das Gehirn einer Ariane 5 und sorgt dafür, dass zum Beispiel ein Satellit nahezu punkt-genau im Orbit platziert wird.

Die ArianeGroup steht an der Spitze eines industriellen Netzwerks mit mehr als 600 Unternehmen aus 13 europäischen Ländern, unterhält elf Standorte weltweit, darunter die Standorte Lampoldshausen, Trauen, Ottobrunn und Bremen in Deutschland.

Das deutsch-französische Unternehmen ArianeGroup wurde 2015 als Joint-Venture von Airbus und Safran gegründet. Die Ariane Group S.A.S mit Sitz in Paris ist Haupt-auftragnehmer der Ariane 5 und Ariane 6, koordiniert mit rund 9000 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die gesamte Produktionskette der europäischen Ariane–Raketen und vermarktet Ariane-Raketen kommerziell durch das Tochterunternehmen Arianespace.

Verladung der Oberstufe Ariane 5 ECA | Foto:© Airbus Defence and Space/Ingo Wagner
Verladung der Oberstufe Ariane 5 ECA
Foto:© Airbus Defence and Space/Ingo Wagner

Am 29.09.2017 erfolgte der 81.erfolgreiche Start einer Ariane 5 in Folge vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guayana). Die Ariane 5 ECA hat die Kommunikationssatelliten Intelsat 37e und B-Sat-4a in eine geostationäre Transferbahn (GTO) gebracht. Ursprünglich sollte der Start schon Anfang September 2017 erfolgen, konnte aber durch eine Fehlfunktion eines Boosters nicht durchgeführt werden. Das bereits gezündete Vulcain-2-Triebwerk wurde automatisch abgeschaltet.

Und am 12.12.2017 wurde auch die 82.europäischen Ariane 5 ES Galileo in Kourou erfolgreich gestartet und konnte die Galileo-Navigationssatelliten 19,20,21,22, die von OHB Bremen gebaut wurden, in einer mittleren Erdumlaufbahn in Höhe von rund 23600 Kilometern aussetzen. Dafür war die Ariane 5 ES Galileo mit dem bewährten Vulcan-2-Triebwerk, zwei Feststoffboostern für die Hauptstufe und einem wiederzündbaren Aestus-Triebwerk für die Oberstufe ausgestattet.

Startplatz Ariane 5 in  Kourou (Tropen) | Foto: ©ESA,CNES, Arianespace
Startplatz Ariane 5 in Kourou (Tropen) | Foto: ©ESA,CNES, Arianespace

Die neue Ariane 6 wird in einer Nutzlastversion von rund fünf Tonnen und einer Nutzlast-version von rund 10 Tonnen gebaut und soll im Jahre 2020 zum Erstflug starten. Für die Ariane 6 wird das erfolgreiche Vulcain-2-Triebwerk verwendet und ein neues wieder-zündbares Oberstufentriebwerk Vinci® entwickelt. Um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein, sollen die Kosten eines Ariane-6-Starts stark reduziert und die Anzahl der Starts pro Jahr fast verdoppelt werden, wobei die Oberstufen der Ariane 6 wiederum in Bremen produziert werden.

In Bremen erwirtschaften über 12000 Beschäftigte der Luft- und Raumfahrtindustrie in rund 120 Unternehmen und 20 Instituten einen Jahresumsatz von über vier Milliarden Euro. Damit ist Bremen der größte Luft- und Raumfahrtstandort in Deutschland. Einzigartig ist aber auch das Oberstufenprofil für Luft- und Raumfahrt an Gymnasien in Bremen.

Entsprechend groß war die Resonanz auf den ausgezeichneten Vortrag von Dr. – Ing. Jens Laßmann über die Erfolgsgeschichte der Ariane 5 mit der Oberstufe aus Bremen bei Oberstufenschülern, jungen Studierenden der Luft- und Raumfahrttechnik, aktiven und ehemaligen Raketenbauern der ArianeGroup in Bremen.

Dr.-Ing. Jens Laßmann im Dialog | Foto: ©Heiko Gertzen 2017
Dr.-Ing. Jens Laßmann im Dialog | Foto: ©Heiko Gertzen 2017

Dr.-Ing. Jens Laßmann mit ehem. Kollegen | Foto: ©Heiko Gertzen 2017
Dr.-Ing. Jens Laßmann mit ehem. Kollegen | Foto: ©Heiko Gertzen 2017

Gäste im Bremer Tagebuch über Ariane 5 | Foto: ©Heiko Gertzen 2017
Gäste im Bremer Tagebuch über Ariane 5 | Foto: ©Heiko Gertzen 2017

In der 215. Ausgabe des „Bremer Tagebuchs“ am 22. November 2017 stand Weltweite Logistik für Tank Container im Fokus. Eingeladen war Jörg Conrad, Inhaber des Logistikunternehmens Leschaco. Conrad ist gelernter Bankkaufmann, Verkehrsfachwirt (DAV Bremen) und seit 1988 geschäftsführender Gesellschafter der Leschaco Gruppe mit Firmensitz in Bremen. Jörg Conrad ist Spezialist für Transport- und Gefahrgutlogistik und bedient mit seinem Unternehmen alle Bereiche einer internationalen Spedition.

Jörg Conrad | Foto:© Heiko Gertzen 2017Die Leschaco Gruppe ist heute weltweit mit 45 eigenen Gesellschaften und rund 2500 Beschäftigten in über 20 Ländern vertreten. Im Jahre 1879 wurde das Unternehmen von Wilhelm Lexzau und Julius Scharbau als Spedition in Hamburg gegründet und eröffnete 1898 das erste Büro in Bremen.

Im November 1976 hat der Logistikdienstleister Leschaco erstmals 10 Tank Container im 20 Fuß Format mit chemischen Flüssigkeiten auf das MS „Tillie Lykes“ in Bremerhaven verladen und nach Houston /USA verschifft. Die folgenden Tank Container Verkehre mit den USA waren ausschlaggebend für die Gründung der Leschaco INC. in Houston und zugleich der Beginn der Internationalisierung der Bremer Leschaco Gruppe.

Heute verfügt die Logistikgruppe Leschaco über rund 4500 eigene Tank Container und managt zusätzlich noch kundeneigene Tank Container weltweit. Aus der ursprünglichen „port-to-port“ Speditionsleistung hat sich in den letzten 40 Jahren ein innovativer Geschäftsbereich mit ganzheitlichen Logistikleistungen um den Tank Container entwickelt.

Tank Container | Foto: © Leschaco Bremen
Tank Container | Foto: © Leschaco Bremen

Der bedeutendste Geschäftsbereich der Leschaco Gruppe ist die Seefrachtspedition für die chemische Industrie mit ca. 60 bis 70 Prozent des jährlichen Umsatzes. Darüber hinaus ist das Unternehmen in der Luftfracht-, Kontrakt- und Terminallogistik weltweit aktiv. Zum Beispiel hat Leschaco Aircargo 2100 Tonnen Consolfracht in 2016 allein über Frankfurt/Main verschickt und in der Kontrakt- und Terminallogistik war die eigene Anker-Schiffahrts-Gesellschaft in Emden am Umschlag von über 1,3 Millionen Volkswagen beteiligt.

Joachim Murken, Heiko Gertzen, Jörg Conrad (von links) | Foto: © U. Zirwen, 22.11.2017
Joachim Murken, Heiko Gertzen, Jörg Conrad (von links) | Foto: © U. Zirwen, 22.11.2017

Nach einer kurzen Einführung von Heiko Gertzen über das „Bremer Tagebuch – Dreißig Jahre aus einer Hand“ hat Jörg Conrad, seit über 25 Jahren Inhaber dieses Logistikunternehmens, interessante Einblicke in die erfolgreiche Unternehmensgeschichte gegeben und sich besonders darüber gefreut, dass zahlreiche junge Studierende des BVL–Campus im Technologiepark Universität Bremen und erfahrene Logistiker aus der bremischen Hafenwirtschaft diese Veranstaltung besucht haben.

Gäste im Bremer Tagebuch über Tank Container | Foto: © Heiko Gertzen 2017
Gäste im Bremer Tagebuch über Tank Container | Foto: © Heiko Gertzen 2017

Diese drei kurz beschriebenen Veranstaltungen des „Bremer Tagebuchs“ im Haus der Wissenschaft waren sehr erfolgreich für alle Beteiligten und insbesondere hat mich persönlich gefreut, dass diese Veranstaltungen auch in den Pressemitteilungen des Bremer Senats veröffentlicht wurden. Dadurch hatten wiederum alle Bremerinnen und Bremer, die sich zurzeit im In- und Ausland aufhalten, die Möglichkeit, sich aktuell über Veranstaltungen im Rahmen des „Bremer Tagebuchs“ im Haus der Wissenschaft zu informieren.

Bremen, den 18.März 2018
Heiko Gertzen, ehrenamtlicher Projektleiter „Bremer Tagebuch“ seit 1987

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