Rückblick zum Logistics Forum ‚India – More than Curry’

Der Präsident der Jacobs University, Prof. Joachim Treusch, konnte 125 Teilnehmer auf dem Campus der Universität begrüßen.

Nach Südafrika 2010 und der Rio de la Plata-Region 2011 war Indien am 5. Dezember 2012 Themenland des gemeinsam von der Kieserling Stiftung und der Jacobs University veranstalteten 3. Logistics Forum. War bei den beiden vorhergehenden Foren das Ziel, Länder bzw. Regionen zu beleuchten, deren Potenziale für Handel und Logistik unterbewertert erscheinen, sind die Möglichkeiten in Indien offensichtlich, ihre Realsierung aber mit teilweise hohen Risiken behaftet.

Das Logistics Forum war damit auch 2012 wieder eine der teilnehmerstärksten Logistikveranstaltungen in der Region. Prof. Jens Froese führte durch das Programm, das traditionell von einer Tanz- und Musikgruppe der Universtät eröffnet wurde.

Vize-Konsul Mukesh Kumar Ambasta überbrachte die Grüße ihrer Exzellenz Mrs. Sujatha Singh, der indischen Botschafterin in Deutschland, die leider sehr kurzfristig nach New Delhi reisen musste und daher selbst nicht teilnehmen konnte.

Mit einem, die verschiedenen Aspekte Indiens als Logistikstandort aus indischer Sicht beleuchtenden Einführungsvortrag wollte Jayaprakash Hegde, Mitglied des Indischen Nationalkongress, in die Thematik einführen. Wegen einer Nachwahl zum Nationalkongress, bei der es auf jede Stimme ankam, musste er ganz kurzfristig absagen. Die indischen Studierenden der Logistik an der Jacobs University, Shefali Sehgal und Pronnoy Das wagten ein Experiment, das sehr erfolgreich verlief: sie nahmen sich der Sicht des erfahrenen indischen Politikers Jayaprakash Hegde an und ergänzten sie mit ihren eigenen Wahrnehmungen, die sie sehr professionell im ständigen Wechsel der Sprecherrolle vortrugen.

Werner Heesen, bis 2009 Lufthansa-Direktor South Asia und eine Amtsperiode Präsident der Deutsch-Indischen Handelskammer in New Delhi, verortete das größte Wachstumspotenzial in der schnell wachsenden indischen Mittelschicht und deren Konsumansprüche. Das unternehmerische Risiko sieht er besonders in der schleppenden indischen Gerichtsbarkeit und der starken staatlichen Einwirkung auf Geschäftsaktivitäten.

Quentin Lacoste, CEO Europa, Mittlere Osten und Subkontinent bei Röhlig & Co gab sich optimistisch und motivierte deutsche Unternehmen, sich in Indien zu engagieren, wobei er die Faktoren „gut ausgebildete Fachkräfte“ und „Englisch als Geschäftssprache“ hervorhob.

Erich Schwager, Direktor bei Karl Geuther GmbH & Co KG, berichtete vor dem Hintergrund als Repräsentant der Shipping Corporation of India. Erfolgreiche Geschäftstätigkeit bedingt die Kenntnis und Beachtung der Mentalität und der Gebräuche des Landes. Unzureichende Infrastruktur, schleppende Prozesse und hohe Kosten verhindern noch eine effiziente Logistik aber das Entwicklungspotenzial der Häfen und Terminals ist gewaltig.

Dr. Daniel Sharma, Mitglied der Geschäftsführung der India Group Continental Europe bei DLA Piper UK LLP, legte die rechtliche Seite für Investoren in Indien dar, wobei er die Hindernisse vor allem bei der sehr langsam verlaufenden Liberalisierung, der Korruption, mangelnder Effizienz der Verwaltung und der Gerichtsbarkeit und einer verbesserungsbedürftigen Infrastruktur sieht. Wie seine Vorredner erkennt er auch überzeugende Möglichkeiten für Investoren, die vorsichtig und überlegt genutzt werden sollten. Insbesondere die rechtlichen Aspekte können schnell zur Falle werden können, fachkundige Beratung ist daher unverzichtbar.

Das anschließende get together bei Snacks und Getränken bot noch sehr lange eine Plattform für Gespräche, die deutlich machten, wie hoch an das Interesse der regionalen Wirtschaft am indischen Subkontinent ist.

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Logistics Forum ‚India – More than Curry’

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